Neuanfang!

Es wurde Zeit. Aber so richtig. Ich habe viel zu lange gegrübelt, viel zu lange überlegt und mich jetzt, endgültig, dazu entschlossen: Ich belebe diesen Blog wieder und nein, es wird nicht mehr nur ausschließlich Liebeskummer-Postings geben, für welche ich mich am Ende eh zu sehr schäme und sie deswegen privat halte, um einen ausgewählten Kreise das Passwort zu geben und mich weiter heimlich für meine Gefühle zu schämen.

Was habe ich in meiner Abstinenz gelernt? Dass das Leben richtig schön ist. Anstrengend, hart, nervig- aber am meisten schön.

Wie kam es zu diesem Denk-Umschwung? Keine Ahnung. Der Kaffee hat vielleicht endlich seine Wirkung gezeigt. Wie auch immer- alles steht auf Neuanfang und ab morgen schreibe ich hier hoffentlich wöchentlich, wenn es die Zeit zulässt, über das Leben, als Single, allgemein, meine Gedanken.
Hauptsächlich darüber, wie ich mich in den letzten Monaten verändert habe und gelernt habe, das Leben zu genießen. Vielleicht folgt mir jemand auf dieser Reise- so oder so, ich freue mich:)

Viel Liebe,

C.

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Alles auf Anfang.

Können Gefühle einfach so gehen?
Mittlerweile bin ich ja richtig gut darin, wieder von vorne anzufangen. Und es ist jedes mal das Gleiche- es tut erst unheimlich weh, dann wird es von Tag zu Tag leichter und irgendwann fühlt man sich wieder normal und leicht.
Aktuell befinde ich mich noch in der ersten Phase. Es tut scheiße weh. Ich kann nicht so ganz glauben, was da vorhin passiert ist, dass Gefühle wohl anscheinend einfach so weggehen können. Aber anscheinend passiert es. Mir ist es noch nie passiert. Aber das muss ja nichts heißen.
Ich bin wieder alleine, nur mit mir, heule mal wieder rum und frage mich, was zur Hölle ich schon wieder falsch gemacht habe. Dann geht der Schmerz kurz weg, dann kommt er auf einmal wieder.
Ich haste kurz in die Küche, hoffentlich sieht mich meine Mitbewohnerin nicht, wie ich mir verheult einen Kaffee mache. Morgen steht eine wichtige Klausur an, perfekter Zeitpunkt, willkommen in meinem Leben.
Wahrscheinlich stimmt es, das alles im Leben so kommt, wie es kommen muss. Dass alles aus einem Grund passiert. Und auch dieser Schmerz hat seinen Grund, denn ich weiß aus Erfahrung, dass er nur temporär ist und ich bald den Grund erfahren werde.

Vielleicht wartet da draussen etwas völlig neues und spannendes auf mich und ich bin nun bereit, reif genug, es zu entdecken. Vielleicht musste ich erst mehr lernen, die Momente zu genießen, weniger zu planen und mir allgemein weniger eine Platte zu machen.
Egal was nun kommt, wie es kommt oder in mein Leben kommt- das wichtigste ist: ich bin bei mir und ich bin bereit.

kein Bock!

Ich bin so unglaublich wütend. Ja, ich weiß- gestern habe ich noch groß darüber geschrieben dass man jedes Gefühl lieben soll, einfach weil es zum Leben dazu gehört. Und ich sehe das auch immer noch so. Aber ich muss meine Wut rauslassen, sonst platze ich wahrscheinlich wie ne Wasserbombe (jap, genauso elegant). Warum ich so wütend bin? Darum:
Warum geben einem manche Menschen das Gefühl, dass man irgendwie, egal wie man sich auch bemüht, keinerlei Wertschätzung erhält? Ist es zu viel verlangt, nette Worte zu benutzen? Wann hat Gott (oder wer auch immer) festgelegt, dass man automatisch das Arschloch-Privileg erhält, nur weil man Stress hat oder grad ein paar komische Tage hat?
Okay. Es ist völlig unnötig sich aufzuregen und ich weiß, wie viel Energie ich schon in meinem Leben verschwendet habe (wie viele Glühbirnen würde ich wohl durch meine Wut zum leuchten bringen…?).
Aber ich will keine abweisenden Worte, wenn ich mich bemühe und nur das Beste für jemanden will. Ich will kein Danke oder sonst was, ich will Wertschätzung meiner Person. Ich habe kein Bock auf halbherzige Scheiße, ich will alles oder nichts.
Wie kann man jemanden abwertend behandeln, wenn man null Recht dazu hat, einfach weil die Person alles nur gut meint?

Da das alles viel zu kompliziert ist, werde ich jetzt mein Bier weitertrinken und die Menschen bemitleiden, die nicht in der Lage sind, das Wunderschöne in den Menschen zu sehen, die sich um sie bemühen und um sie sorgen.

Prost!

Traurig sein ist keine Option.

Ganz einfach weil traurig sein zwar manchmal extrem gut tut. Manchmal ist es einfach nur wahnsinnig befreiend, schnell nach Hause zu kommen, die Tür zu schließen und dann richtig loszuheulen. Manchmal frage ich mich, ob das peinlich ist. Aber ist eigentlich quatsch. Ist ja immerhin ganz natürlich und so. Weinen ist „ein unspezifischer emotionaler Ausdruck“ (laut Wiki). Unspezifisch emotional- heißt also auf gut deutsch- wir heulen einfach immer wann es uns passt. Und ist das nicht einfach irgendwie schön, dass man seine Emotionen zeigen kann, unabhängig davon, was für eine Emotion das gerade ist? Ich sehe das ja selber an mir: ich bin froh, ich muss weinen, ich habe eine Klausur verkackt, ich muss weinen, ich habe keinen Grund, ich muss weinen, ein geliebter Mensch geht von mir, ich weine. Ich weiß nicht wo ich hin will- ich weine.

Und es ist gut, seine Emotionen zu zeigen. Warum auch nicht. Ist das wirklich ein Zeichen von Schwäche? Oder zeigt man nicht eher gerade seine Stärken, weil man sich irgendwie nichts draus macht, wenn andere eben das verlaufende Make up sehen? Irgendwie ist mir das egal. Irgendwie bin ich stolz auf mich. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich mit meiner Art, offen mit meinen Emotionen umzugehen vielerorts auf Unverständnis stoße. Aber das ist doch genau das Ding- man muss sich auch in solchen Situationen treu bleiben.
Sich selbst treu bleiben. Das ist aktuell sowieso ein großes Thema bei mir. Ich dachte eigentlich immer lange, dass ich irgendwie so auf dem richtigen Weg gehe- aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich doch wieder auf anderen Pfaden wandern. Es ist auch so schwer, seinen richtigen Weg zu finden, wenn alle um einen herum auf einen einreden und man eigentlich nur versucht herauszufinden, wer man ist und was man will. Und ja, das hört nie nie nie auf, auch nicht wenn man Ende 20 ist so wie ich. Man lernt höchstens, besser bzw. gelassener damit umzugehen ;).

Ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie alles machen könnte oder wollte. Wenn ich zurückschaue dann bin ich stolz auf meine Entwicklung und stolz auf die Dinge, die ich teilweise erreicht habe, auch wenn es teilweise nur kleine Dinge sind. Aber das ist egal- denn es ist mein Leben und es geht um mich. Irgendwie wäre es schön, jetzt das durchzuziehen, von dem ich immer dachte dass ich es will. Aber auf der anderen Seite denke ich mir auch oft „Hilfe Mädel du bist alt, komm mal zu Potte“. Antwort bekommt man auf solche Dinge natürlich von vielen- am besten nen Job suchen, „zu Potte kommen“, blablablaaaaaa. Oder eben das Jurastudium durchziehen, „du packst das schon“, hmh na klar, die Durchfallquote liegt im Staatsexamen ja auch nicht bei 40%, höhö und mit lernen tu ich mich ja so leicht. Hach.

So viele Dinge in den letzten 12 Monaten sind geschehen und haben mich geprägt und sind irgendwie mit Schuld an meiner Situation. Ich glaube, ich war noch nie so gefestigt und verloren zur gleichen Zeit.
Ich weiß, dass es an der Zeit ist, zu wissen, welchen Weg ich gehen will. Aber ich kann diese Entscheidung nicht jetzt treffen, nicht heute Abend, nicht morgen und schon gar nicht am Sonntag. Montag ist doch ein toller Tag um Dinge zu beginnen. Wochen, Diäten, den richtigen Lebensweg.

Deswegen, sollte hier irgendjemand das mitlesen (was laut meiner Statistik 1 Person ist, die in regelmäßigen Abständen immer mal hier rein guckt. DANKE an dieser Stelle! 🙂 )-    Krisen sind normal, sie gehören dazu und am  Ende blickt man wahrscheinlich immer irgendwie lachend zurück-
wenn auch vllt weinend.

 

27-ob du willst oder nicht.

Und da kommt sie nun, die große 27. Jetzt kann ich es nicht mehr leugnen- ich gehe akut auf die große Drei Null zu.
Und wie wahrscheinlich jeder Mensch mache ich mir eine unfassbar große Platte über mein Leben, über möglicherweise verbaute Chancen, über Beziehungen, über einfach ALLES.
Wo hätte ich heute sein können? Viele Menschen sagen ja, sobald ihr Alter ein bedrohliches und nicht mehr zu leugnendes Ausmaß annimmt dass sie sich vor 10 Jahren wo ganz anders gesehen haben, als da wo sie letztendlich heute stehen. Bei manchen ist möglicherweise genau das eingetroffen, was sie sich gewünscht haben. Aber sind wir mal ehrlich, das letztere trifft wahrscheinlich auf die wenigstens zu. Ganz einfach weil das Leben uns meistens einen entschiedenen Strich durch die Rechnung macht.
Heiraten, Kinder kriegen, ein toller Job, ein toller Mann, vielleicht Karriere, vielleicht auch Teilzeithausfrau und Vollzeitmami. So die Träume und Wünsche der meisten Abiturienten, damals, 2009. Die Realität sieht bei den meisten wahrscheinlich anders aus.
Ich bin 27, lebe wieder in einer WG, nach meiner Berufsausbildung und nach meiner 2 jährigen Zeit als Büroheidi studiere ich wieder-und bin glücklicher als jemals zuvor in meinem Leben. Als mich vor ein paar Tagen diese oben geschilderte Panik befiel ging ich im Eiltempo alle vermeintlich vergeigten Chancen durch, die mir das Leben bisher gebietet hatte, verdrückte heimlich Tränchen auf der Damentoilette im Büro, trank nachts einen Schnaps weil ich nicht schlafen konnte während mein lieber Freund schnarchend im Schlaf um sich trat. Und irgendwie, als ich dann eben wieder ins warme Bettchen huschte und dieses schnarchende Etwas neben mir so sah, da wurde mir bewusst, wieviel Glück ich eigentlich im Leben habe. Trotzdem musste ich wieder heulen. Weiber eben.

Als ich 2009 Abi machte hatte ich, wortwörtlich, NULL Peilung vom Leben. Ich hatte nicht mal eine Vorstellung über meine Zukunft, irgendwie habe ich da nie so dran gedacht. Zum Glück, denn sonst wäre spätestens jetzt akut suizidgefährdet. Ich war so in dieser Depriphase wo alles scheiße ist und man eigentlich am liebsten den ganzen Tag nur rauchen und trinken und feiern will. Da das ohne Geld nur durch viel Titten und ein hübsches Gesicht möglich ist,  beschloss ich einfach irgendeine Ausbildung zu machen, hauptsache Kohle, endlich unabhängig, tschüss Elternhaus, hallo Freiheit. Die folgenden 4 Jahre waren eine Anreihung von Katastrophen leichten, semi-leichten und vollsten Ausmaßes. Aber ich habe überlebt, auch wenn ich jedes mal fest davon überzeugt war, dass ich ganz sicher jetzt das Ende erreicht habe.

7 Jahre nach dem Abitur:Ein Studium zu finden, dass auch noch etwas Spaß macht, sich mit Aushilfsjobs über Wasser halten (zum Glück erleichtert durch Erspartes aus Büroheidi-Zeiten), in einer fremden Stadt soziale Kontakte knüpfen, wirkliche, echte Freunde finden, sich verlieben, sich trennen, wieder verlieben, wieder trennen und wieder verlieben, 1000 Enttäuschungen- alles geschafft.

Mit 27 schaue ich auf mein bisheriges Leben zurück und ohne Zweifel- richtig erreicht hab ich tatsächlich noch nichts in meinem Leben, also braucht mich auch niemand für den Nobelpreis nominieren. Zumindest nicht nach außen hin. Aber für mich weiß ich heute, dass ich wahrscheinlich an einigen Punkten mehr Durchhaltevermögen hätte zeigen müssen, hätte egoistischer sein müssen, manchmal freundlicher sein müssen, aber das lässt sich nicht mehr ändern. Ich bin glücklich mit meinem Leben, denn auch wenn ich nicht erfolgreich bin, sondern immer noch am Traumjob arbeite, keine eigene Wohnung habe und der Ring noch lange auf sich warten lässt, von Kindern fange ich gar nicht erst an, dann ist doch das wichtigste, dass ich mich wohl fühle, einigermaßen gesund bin und morgens mit einem Plan aufstehe. Dass man gelassen ist, weil man viele Dinge nicht ändern kann, dass man versucht, jeden Tag alles zu geben und die möglichst beste Version seines Ichs zu sein.

Und was das angeht würde ich sagen- Ziel erreicht.