Schön.

Her mit dem schönen Leben!

Das steht auf einem Aufkleber, den irgendjemand mal an das Gehäuse an unserer Hauswand, wo die Klingelknöpfe befestigt sind, geklebt hat. Irgendwie muss ich immer lächeln, wenn ich täglich daran vorbeilaufe. Und jedes mal frage ich mich, was ein schönes Leben denn eigentlich für mich bedeutet.

In Zeiten, in denen nahezu jeder privilegiert sein kann (wenn er denn nur möchte), verlieren so viele Werte immer mehr an Bedeutung und ich gebe zu, dass mir das Angst macht. Dass wir in einer Konsumgesellschaft leben, brauche ich an dieser Stelle nicht ausweiten und das wird auch sicherlich kein Beitrag oder eine sanfte Kritik an  Massenkonsum und an die verschleierte schöne Welt auf Instagram und Co.

Ich muss an dieser Stelle nur loswerden, wie froh ich eigentlich bin, dass ich privilegiert bin-ich bin reich und zwar an Liebe in meinem Leben. Das Leben hat mir in vielen Phasen gezeigt, dass es manchmal keinen Spass macht, dass es anstrengend und schwer sein kann, manchmal weiß man nicht mehr weiter und oftmals gibt es Tage, Wochen oder Monate, in denen man einfach nur Dauer-traurig und schlecht drauf ist. Und trotzdem- am Ende zählen die Momente, in denen man wieder lachen kann, wieder Freude hat und vor lauter Glück Tränen in den Augen hat. Es sind Momente, die nichts mit teuren Smartphones oder neuen Kleidchen zu tun haben.

Es sind Momente, in denen im Club ein altes Lieblingslied läuft, zu dem ich schon mit 16 getanzt habe und es 12 Jahre später immer noch auf die gleiche bekloppte Art und Weise tue und es mir immer noch völlig egal ist, wie ich dabei aussehe und noch immer einen Menschen dabei habe, der genauso bescheuert mitmacht.

Es sind die kleinen Gesten meiner Freunde, wenn ich Stress habe, schlecht drauf bin und sie trotzdem zeigen, wie sehr sie mich mögen.

Es sind Momente in Hotelzimmern, wo man mit der besten Freundin einfach rumgammelt weil keiner Bock auf feiern hat und lieber im Bett bleibt und ich sie meinen dämlichen Verschwörungstheorien lauscht obwohl sie es wahrscheinlich für absolut bescheuert hält.

Es sind Momente, in denen ich auf meinem Handy lese „Ich vermisse dich und liebe dich. Kuss Mama“.

Es sind Momente voller Stolz und Erleichterung, wenn ich meinen Exfreund mit seiner neuen Freundin sehe und merke, dass ich nur noch Mitleid empfinde- aber nicht mehr für mich.

Es sind Momente , in denen ich in den Spiegel schaue und stolz auf meinen Körper bin und begreife, dass ich mich liebe, auch wenn die Waage seit einiger Zeit still steht.

Es sind Momente des Glücks, wenn meine Mitbewohnerin unseren letzten Streit genauso vergessen hat wie ich und sich freut, dass ich daheim bin und wir einfach friedlich zusammen leben und zusammen Quatsch machen können.

Es sind Momente der Dankbarkeit, wenn meine Gesundheit in Ordnung ist und ich jeden Moment auskosten kann, meine Beine mich unermüdlich bis morgens um 5 durch den Club tanzen lassen, auch noch den vierten Schnaps und den fünften Gin Tonic vertrage und den Weg heimfinde;)

Es sind Momente, in denen ich dankbar bin, dass ich Freunde habe, die Zeit mit mir verbringen wollen und fragen, wie es mir geht und wie meine Klausuren waren.

Momente voller Glück, die die Zweifel und Schatten der letzten Wochen wegwischen und  mich wieder stark und selbstbewusst werden lassen.

Es geht nicht um das Leben als Ganzes, sondern um die einzelnen, wundervollen Momente die wir erleben, nachdem wir wichtige Erfahrungen gesammelt haben. Am Ende ist das Leben einfach eine Aneinanderreihung von Emotionen, guten wie schlechten, aber will ich auf ein Leben zurückblicken, auf dass ich einigermaßen stolz sein kann- weil ICH es ausgekostet habe und für die Menschen, die ich liebe und die mich lieben, eine verlässliche und loyale Freundin und Partnerin war. Ich will alle schlechten Emotionen aufnehmen, damit ich die positiven, schönen Momente mit voller Energie genießen kann.

Die Erkenntnis, dass das Leben nicht immer positiv ist und wir auch die negativen Emotionen mitnehmen müssen, ist für mich der Schlüssel zu einem glücklichen Leben. Das Leben ist schön, aber schön bedeutet eben immer, beide Seiten zu akzeptieren zu leben.

Deswegen: Her mit allem, was das Leben bereit hält. Auf die nächsten Tränen, egal ob Glück oder Unglück, auf die nächsten langen Nächte, ob im stillen alleine oder tanzend zu 90ern mit den besten Freunden, ob schwitzend in der Uni und kurz vor der Verzweiflung oder chillend im Urlaub, ob genervt bei kaltem Kaffee und gestressten Kollegen, Liebeskummer oder Glückseligkeit.

Her mit dem schönen Leben.

 

 

 

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Traurig sein ist keine Option.

Ganz einfach weil traurig sein zwar manchmal extrem gut tut. Manchmal ist es einfach nur wahnsinnig befreiend, schnell nach Hause zu kommen, die Tür zu schließen und dann richtig loszuheulen. Manchmal frage ich mich, ob das peinlich ist. Aber ist eigentlich quatsch. Ist ja immerhin ganz natürlich und so. Weinen ist „ein unspezifischer emotionaler Ausdruck“ (laut Wiki). Unspezifisch emotional- heißt also auf gut deutsch- wir heulen einfach immer wann es uns passt. Und ist das nicht einfach irgendwie schön, dass man seine Emotionen zeigen kann, unabhängig davon, was für eine Emotion das gerade ist? Ich sehe das ja selber an mir: ich bin froh, ich muss weinen, ich habe eine Klausur verkackt, ich muss weinen, ich habe keinen Grund, ich muss weinen, ein geliebter Mensch geht von mir, ich weine. Ich weiß nicht wo ich hin will- ich weine.

Und es ist gut, seine Emotionen zu zeigen. Warum auch nicht. Ist das wirklich ein Zeichen von Schwäche? Oder zeigt man nicht eher gerade seine Stärken, weil man sich irgendwie nichts draus macht, wenn andere eben das verlaufende Make up sehen? Irgendwie ist mir das egal. Irgendwie bin ich stolz auf mich. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich mit meiner Art, offen mit meinen Emotionen umzugehen vielerorts auf Unverständnis stoße. Aber das ist doch genau das Ding- man muss sich auch in solchen Situationen treu bleiben.
Sich selbst treu bleiben. Das ist aktuell sowieso ein großes Thema bei mir. Ich dachte eigentlich immer lange, dass ich irgendwie so auf dem richtigen Weg gehe- aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich doch wieder auf anderen Pfaden wandern. Es ist auch so schwer, seinen richtigen Weg zu finden, wenn alle um einen herum auf einen einreden und man eigentlich nur versucht herauszufinden, wer man ist und was man will. Und ja, das hört nie nie nie auf, auch nicht wenn man Ende 20 ist so wie ich. Man lernt höchstens, besser bzw. gelassener damit umzugehen ;).

Ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie alles machen könnte oder wollte. Wenn ich zurückschaue dann bin ich stolz auf meine Entwicklung und stolz auf die Dinge, die ich teilweise erreicht habe, auch wenn es teilweise nur kleine Dinge sind. Aber das ist egal- denn es ist mein Leben und es geht um mich. Irgendwie wäre es schön, jetzt das durchzuziehen, von dem ich immer dachte dass ich es will. Aber auf der anderen Seite denke ich mir auch oft „Hilfe Mädel du bist alt, komm mal zu Potte“. Antwort bekommt man auf solche Dinge natürlich von vielen- am besten nen Job suchen, „zu Potte kommen“, blablablaaaaaa. Oder eben das Jurastudium durchziehen, „du packst das schon“, hmh na klar, die Durchfallquote liegt im Staatsexamen ja auch nicht bei 40%, höhö und mit lernen tu ich mich ja so leicht. Hach.

So viele Dinge in den letzten 12 Monaten sind geschehen und haben mich geprägt und sind irgendwie mit Schuld an meiner Situation. Ich glaube, ich war noch nie so gefestigt und verloren zur gleichen Zeit.
Ich weiß, dass es an der Zeit ist, zu wissen, welchen Weg ich gehen will. Aber ich kann diese Entscheidung nicht jetzt treffen, nicht heute Abend, nicht morgen und schon gar nicht am Sonntag. Montag ist doch ein toller Tag um Dinge zu beginnen. Wochen, Diäten, den richtigen Lebensweg.

Deswegen, sollte hier irgendjemand das mitlesen (was laut meiner Statistik 1 Person ist, die in regelmäßigen Abständen immer mal hier rein guckt. DANKE an dieser Stelle! 🙂 )-    Krisen sind normal, sie gehören dazu und am  Ende blickt man wahrscheinlich immer irgendwie lachend zurück-
wenn auch vllt weinend.

 

27-ob du willst oder nicht.

Und da kommt sie nun, die große 27. Jetzt kann ich es nicht mehr leugnen- ich gehe akut auf die große Drei Null zu.
Und wie wahrscheinlich jeder Mensch mache ich mir eine unfassbar große Platte über mein Leben, über möglicherweise verbaute Chancen, über Beziehungen, über einfach ALLES.
Wo hätte ich heute sein können? Viele Menschen sagen ja, sobald ihr Alter ein bedrohliches und nicht mehr zu leugnendes Ausmaß annimmt dass sie sich vor 10 Jahren wo ganz anders gesehen haben, als da wo sie letztendlich heute stehen. Bei manchen ist möglicherweise genau das eingetroffen, was sie sich gewünscht haben. Aber sind wir mal ehrlich, das letztere trifft wahrscheinlich auf die wenigstens zu. Ganz einfach weil das Leben uns meistens einen entschiedenen Strich durch die Rechnung macht.
Heiraten, Kinder kriegen, ein toller Job, ein toller Mann, vielleicht Karriere, vielleicht auch Teilzeithausfrau und Vollzeitmami. So die Träume und Wünsche der meisten Abiturienten, damals, 2009. Die Realität sieht bei den meisten wahrscheinlich anders aus.
Ich bin 27, lebe wieder in einer WG, nach meiner Berufsausbildung und nach meiner 2 jährigen Zeit als Büroheidi studiere ich wieder-und bin glücklicher als jemals zuvor in meinem Leben. Als mich vor ein paar Tagen diese oben geschilderte Panik befiel ging ich im Eiltempo alle vermeintlich vergeigten Chancen durch, die mir das Leben bisher gebietet hatte, verdrückte heimlich Tränchen auf der Damentoilette im Büro, trank nachts einen Schnaps weil ich nicht schlafen konnte während mein lieber Freund schnarchend im Schlaf um sich trat. Und irgendwie, als ich dann eben wieder ins warme Bettchen huschte und dieses schnarchende Etwas neben mir so sah, da wurde mir bewusst, wieviel Glück ich eigentlich im Leben habe. Trotzdem musste ich wieder heulen. Weiber eben.

Als ich 2009 Abi machte hatte ich, wortwörtlich, NULL Peilung vom Leben. Ich hatte nicht mal eine Vorstellung über meine Zukunft, irgendwie habe ich da nie so dran gedacht. Zum Glück, denn sonst wäre spätestens jetzt akut suizidgefährdet. Ich war so in dieser Depriphase wo alles scheiße ist und man eigentlich am liebsten den ganzen Tag nur rauchen und trinken und feiern will. Da das ohne Geld nur durch viel Titten und ein hübsches Gesicht möglich ist,  beschloss ich einfach irgendeine Ausbildung zu machen, hauptsache Kohle, endlich unabhängig, tschüss Elternhaus, hallo Freiheit. Die folgenden 4 Jahre waren eine Anreihung von Katastrophen leichten, semi-leichten und vollsten Ausmaßes. Aber ich habe überlebt, auch wenn ich jedes mal fest davon überzeugt war, dass ich ganz sicher jetzt das Ende erreicht habe.

7 Jahre nach dem Abitur:Ein Studium zu finden, dass auch noch etwas Spaß macht, sich mit Aushilfsjobs über Wasser halten (zum Glück erleichtert durch Erspartes aus Büroheidi-Zeiten), in einer fremden Stadt soziale Kontakte knüpfen, wirkliche, echte Freunde finden, sich verlieben, sich trennen, wieder verlieben, wieder trennen und wieder verlieben, 1000 Enttäuschungen- alles geschafft.

Mit 27 schaue ich auf mein bisheriges Leben zurück und ohne Zweifel- richtig erreicht hab ich tatsächlich noch nichts in meinem Leben, also braucht mich auch niemand für den Nobelpreis nominieren. Zumindest nicht nach außen hin. Aber für mich weiß ich heute, dass ich wahrscheinlich an einigen Punkten mehr Durchhaltevermögen hätte zeigen müssen, hätte egoistischer sein müssen, manchmal freundlicher sein müssen, aber das lässt sich nicht mehr ändern. Ich bin glücklich mit meinem Leben, denn auch wenn ich nicht erfolgreich bin, sondern immer noch am Traumjob arbeite, keine eigene Wohnung habe und der Ring noch lange auf sich warten lässt, von Kindern fange ich gar nicht erst an, dann ist doch das wichtigste, dass ich mich wohl fühle, einigermaßen gesund bin und morgens mit einem Plan aufstehe. Dass man gelassen ist, weil man viele Dinge nicht ändern kann, dass man versucht, jeden Tag alles zu geben und die möglichst beste Version seines Ichs zu sein.

Und was das angeht würde ich sagen- Ziel erreicht.

Dinge akzeptieren

Ich habe schon länger den Drang, alles aufzuschreiben, was ich in den vergangenen Wochen gelernt habe. Wobei das wahrscheinlich der falsche Ausdruck ist. Ich glaube eher, dass die Dinge „zu mir gekommen“ sind.

Vor genau drei Wochen wurde ich mit meiner größten Angst konfrontiert. Ich habe mir diesen Moment schon lange ausgemalt und überlegt, wie ich wohl reagieren werde, wenn dieser Moment passiert. Was mit mir geschieht.
Was passierte? Mein Herz raste, mir wurde heiß und kalt gleichzeitig. Mir wurde schwindelig, die Tränen schossen in meine Augen. Ich weinte, ich schluchzte, mir war schlecht. Ich bekam drei Tage kaum einen Bissen runter.
Aber ich war immer noch da. Ich war immer noch „ich“. Ich merkte, dass es mir zwar schlecht ging, objektiv gesehen und ja, auch subjektiv. Aber ich merkte, dass da etwas in mir ist, was man nicht einfach zerstören kann. Ich bemerkte, dass ich trotz dieser Situation immer noch existieren kann, immer noch lachen kann, immer noch LEBEN kann.
Ich will jetzt hier nichts verschönern- ich war wirklich emotional „am Boden“ und meine Gefühle wechselten wie eine Achterbahn. Aber etwas war anders.
Warum passierte genau jetzt das alles? Und wie zur Hölle habe ich es geschafft, so ruhig zu bleiben? Wieso kann ich ihn nicht hassen? Wo er doch vermeintlich für meine Misere verantwortlich ist? Warum fühle ich mich trotz allem so sehr hingezogen zu diesem Menschen?
Was ist, wenn alle Dinge aus einem Grund passieren und wir einfach gar nichts dagegen machen können, dass sie überhaupt passieren?

Als wir uns kennengelernt haben, war alles wie in einem Traum. Und ich merkte schnell selber, dass natürlich jeder Traum mal abflaut. Es war immer noch schön, auch nach einigen Monaten. Jedoch war vieles anders. Ich bemerkte, dass eine gewisse Distanz entstand nach einiger Zeit. Je mehr Distanz herrschte, desto mehr bekam ich den Drang, alles zu kontrollieren. Ich wollte am liebsten alles wissen und dabei merkte ich zwei Dinge nicht:

1.) Ich vernachlässigte MICH
2.) Ich baute ein Gefängnis

Ein Gefängnis bauen, das hört sich hart an. Aber es war die Wahrheit. Ich baute es um mich und versuchte die Beziehung gleich mit einzuschließen. Ich dachte, wenn ich alles kontrollieren kann, dann kann absolut nichts passieren. Ich war fest davon überzeugt.

Und dann merkte ich, wie sich Dinge änderten. Wie sich mehr und mehr eine Distanz aufbaute.
Wie konnte es sein, dass sich aus meiner vermeintlichen Kontrolle genau das Gegenteil ergab von dem, was ich bezweckte? Ich vergaß mich dabei komplett selber.
Und auf einmal passierte genau das, wovor ich immer so Angst hatte. Das war der Moment, in dem ich begriff, dass all meine Bemühungen, alles zu kontrollieren, völlig umsonst gewesen sind. Das war der Moment, in dem ich begriff, dass ich keine Kontrolle habe. Denn es ist passiert, trotzdem. Ich merkte, dass Dinge einfach passieren und ich machtlos bin.
Ich trauerte ein paar Tage und dann fragte ich mich aber, was diese Situation bezwecken soll.
Und irgendwie fiel mir alles wie Schuppen von den Augen.
Ich kann nichts tun- Dinge passieren einfach. Ich kann gar keine Kontrolle haben-weil es die gar nicht gibt. Wie sonst hätte das alles passieren können?

Man kann Dinge nicht kontrollieren, denn sie passieren einfach. Das haben wir nicht in der Hand.
Ich habe versucht, Kontrolle in mein Leben zu bringen, weil ich mich nicht selbst geliebt habe. Ich habe mich nie selber akzeptiert und deswegen habe ich versucht, andere zu kontrollieren. Ich konnte mich nie fallen lassen.
Aber dass ich diese Zeit überstanden habe, hat mir auch gezeigt, wie liebenswert ich bin.

Und wie kann ich denn so böse sein auf den Menschen, der mich zwar verletzt hat, der ja aber eigentlich gar nichts dafür kann?
Mit dieser Theorie stößt man natürlich oft auf Gegner, da man es sich ja so leicht macht. Das finde ich aber gar nicht. Denn es ist alles andere als leicht, Dinge einfach zu akzeptieren. Ich glaube, dass es immer einfacher ist, zu hassen.

So habe ich mich also bewusst FÜR die Beziehung entschieden. Ich beschloss, die Akzeptanz in mein Leben zu lassen. Dass das nicht immer einfach wird, war klar und ich wusste auch, dass man manchmal wohl wieder einen Schubser auf den Weg bekommen muss. Aber ich merkte schnell, dass mein Partner der richtige sein wird, der mich begleiten wird. Und ich ihn.
Ich ließ mich auf alles ein. Auf den Schmerz, auf Tränen, aber auch auf die Liebe.
Denn ich kann nichts kontrollieren, ich kann mich nur auf alles einlassen und es akzeptieren.
Und das ist Freiheit.

Die positiven Effekte bemerke ich schon jetzt: meine Eifersucht, mein Kontrollzwang-weg. Ich konzentriere mich auf mich und das tut mir unheimlich gut. Die Beziehung läuft aktuell besser als je zuvor. Sie ist voll Liebe, Reife, voll Freiheit, Unterstützung.
Als wir gestern bemerkten, dass wir eigentlich seit drei Wochen nicht wirklich gestritten haben, waren wir total erstaunt-weil wir eigentlich gar nichts groß dafür gemacht haben.

Und geht es nicht genau darum? Sich fallen zu lassen, man selbst zu sein und eigentlich „nichts“ machen und trotzdem geliebt zu werden? Auch für „Fehler“ die man macht?
natürlich gehört für mich Treue in eine Beziehung. Aber ich habe nichts in der Hand. Ich lebe im JETZT-und das ist wundervoll. Was sein wird, liegt nicht in meiner Macht.
Egal was kommt, mein inneres Glück, meine Zufriedenheit, das kann nicht zerstört werden.
Ich bin dankbar für diese extreme Erfahrung.
Denn nun weiß ich, was Freiheit bedeutet und dass Liebe Freiheit und Freiheit Liebe ist.